Anwender-Schulungen zu Windows XP & Windows Vista
» PC Einst. & Windows XP/Vista Home Grundlegende Arbeitsweise des Computers; Benutzeroberfläche des Betriebssystems Windows XP oder Vista
» Windows XP Home Oberfläche des Betriebssystems Windows XP Home; Dokumentenablage; Starten von Anwendungsprogrammen; Einführung in Systemsteuerung; Softwareinstallation
» Windows Vista Anwender Oberfläche des Betriebssystems Windows 98/ME; Dokumentenablage; Starten von Anwendungsprogrammen; Einführung in Systemsteuerung; Softwareinstallation
Windows XP
Windows XP (interner Codename in der
Entwicklungsphase: Whistler) ist ein Betriebssystem
der Firma Microsoft.
XP steht dabei für „eXPerience“
(engl. für Erfahrung, Erlebnis). Interpretiert man XP als griechische
Buchstaben Chi und Rho
(engl. ausgesprochen Cairo), erkennt man eine
Anspielung auf den Codenamen von Windows NT, von dessen Architektur Windows XP
abstammt.
Windows XP (NT 5.1) kam am 25. Oktober
2001 auf den Markt
und ist der technische Nachfolger von Windows 2000 (NT 5.0) mit Windows NT-Kern.
Zusätzlich löste es Windows ME der MS-DOS-Linie in der
Version „Home Edition“ als Nachfolger in der Produktlinie für
Heimanwender bzw. Privatnutzer ab. Die MS-DOS-Linie wurde
von Microsoft eingestellt.
Die auffälligste Neuheit in Windows XP
ist die neue Benutzeroberfläche „Luna“, die
im Auslieferzustand eine farbenfrohere Desktop-Oberfläche bietet, als dies bisher
bei Windows 2000 der Fall war. Es steht aber wahlweise auch eine leicht
modifizierte Version der alten Oberfläche von Windows 2000 zur
Verfügung („klassisch“).
Neuerungen
gegenüber Windows 2000
- „Luna“-Oberfläche
- erweitertes Startmenü
- Systemwiederherstellung
- Kompatibilitätsoptionen für Anwendungen, die für
das nicht mehr weiterentwickelte „Windows 9.x“ geschrieben
wurden
- Fernwartung über Terminal Services (Remote Desktop Protocol)
- Vereinheitlichung und Erweiterung der Möglichkeiten, das
System per Kommandozeile zu verwalten
- In den Windows Explorer wurden Funktionen zur Unterstützung
von digitaler Fotografie eingearbeitet (z. B. Bildergalerie).
- Musikdateien werden besser unterstützt: Die so genannten ID3-Tags
(Informationen in der Datei wie z. B. Interpret, Titel usw.) der MP3-Dateien werden
im Explorer angezeigt und können über das Eigenschaftenmenü
direkt bearbeitet werden.
- schneller Benutzerwechsel – erlaubt es, dass mehrere
Benutzer gleichzeitig angemeldet sind und zwischen ihnen gewechselt werden
kann
- Personal Firewall
zum Schutz gegen Internetangriffe; wurde im Service Pack 2 stark erweitert
- rudimentäre Brennfunktion des Windows Explorers
- Plugin des Windows Explorers zum Erstellen und Verwalten ZIP-komprimierter Dateien
- NTFS
3.1
- Produktaktivierung des Systems bei Microsoft (außer bei der Corporate Edition)
Windows Vista
Windows Vista ist der Nachfolger des Betriebssystems Windows XP. Der interne Entwicklungsname
lautete „Longhorn“ und die interne
Versionsnummer NT 6.0. Nach einer Reihe von
Verzögerungen ist Vista für Firmenkunden im November 2006 und
für Privatkunden am 30. Januar 2007 erschienen. Die Entwicklungsarbeit an
der Version für Firmenkunden wurde am 8. November 2006 abgeschlossen,
während die Entwicklung der Version für Privatanwender noch einige
Wochen weiter lief.
Neuerungen
in Windows Vista
Microsoft baute für seine neueste Windows-Version
folgende Neuerungen ein:
- Aero (Akronym
für „Authentic, Energetic,
Reflective, Open“): Die neue
vektorbasierte Benutzeroberfläche von
Windows. Im sogenannten Aero-Glass-Modus
bietet sie dem Benutzer frei skalierbare Anwendungsfenster
mit Schattenwurf, halbtransparenten Rahmen sowie flüssige Animationen
beim Minimieren, Maximieren, Schließen und Öffnen. Die
Darstellung dieser Effekte erfolgt über die Komponente milcore, auf der auch die Windows Presentation Foundation
basiert. Diese Oberfläche ist nicht in der Home-Starter-Edition
enthalten. Um diese Funktionen optimal nutzen zu können, muss ein
sogenannter „WDDM“
(Windows Display Driver Model)-Treiber für die entsprechende Hardware
installiert werden, der allerdings noch nicht für alle Grafikkarten
verfügbar ist. Microsoft vertritt hierbei die Position, dass der
Hardwarehersteller wie branchenüblich für den Treiber
verantwortlich ist. Viele Hardwarehersteller haben ihre Absichten WDDM
nachträglich in ihre Treiber zu integrieren nicht eindeutig
offengelegt.
- .NET Framework 3.0: Eine neue, auf .NET basierende Programmierschnittstelle für
Windows, welche die „Win32“-API ablösen soll und Anwendungsprogrammierern
Zugriff auf die neuen Funktionen von Windows Vista ermöglicht. Damit
sich .NET Framework 3.0 schneller durchsetzt und akzeptiert wird, hat
Microsoft auch Versionen für die Vista-Vorgänger Windows XP und Windows Server 2003
herausgegeben. Den Kern
von .NET Framework 3.0 bilden die Windows
Presentation Foundation (WPF), die Windows Communication Foundation
(WCF), die Windows Workflow Foundation (WF) und Windows CardSpace:
- Windows Presentation
Foundation (entwickelt unter dem
Codenamen Avalon): Eine neue Technik,
Objekte mit Hilfe der eigens dafür entwickelten Beschreibungssprache
XAML auf dem
Bildschirm darzustellen. Hierbei werden, wie bei Quartz Extreme unter Mac OS X,
beispielsweise Transparenzeffekte nicht mit der CPU errechnet,
sondern leistungssteigernd über die 3D-Grafikkarte.
Dieses entlastet die CPU und lässt das System auch optisch
„flüssiger“ aussehen.
- Windows Communication
Foundation (entwickelt unter dem
Codenamen Indigo): Eine neue dienstorientierte
Kommunikationsplattform für verteilte Anwendungen. Hier will
Microsoft viele Netzwerk-Funktionen zusammenführen und den
Programmierern solcher Anwendungen standardisiert zur Verfügung
stellen. Bei dieser Weiterentwicklung von DCOM legt
Microsoft besonderen Wert auf internetbasierte Anwendungen.
- Windows Workflow
Foundation: Infrastruktur für die
einfachere Entwicklung von Workflow-Anwendungen,
sowohl in geschäftlicher als auch technischer Hinsicht, aber auch
für dokument- und webbasierte Workflows.
Bietet zudem grafische Designer für Visual Studio (Modeling mittels Fluss- und Zustandsdiagrammen).
Funktionen hiervon sollen unter anderem in zukünftigen Versionen von
Office (SharePoint) und BizTalk
verwendet werden.
- Windows CardSpace
(entwickelt unter dem Codenamen InfoCard):
Identitätsmanagement-Infrastruktur
für verteilte Anwendungen. Mit Windows CardSpace
will Microsoft einen neuen Standard für das
Identitätsmanagement unter anderem im Internet etablieren. In den
eigenen Browser Internet Explorer (Version 7)
schon integriert, will Microsoft für diesen Dienst auch Plug-ins für alternative Browser entwickeln,
mindestens aber für Mozilla Firefox.[2]
- Suchergebnisse werden
sofort anzeigt, im Gegensatz zur Suchfunktion von Windows XP, bei der
mehrere Minuten bis zur Anzeige von Suchergebnissen vergehen können,
insbesondere bei deaktiviertem Windows-Indexdienst. Die Windows-Vista-Suche
wird das Hinzufügen von mehreren Filtern ermöglichen, um die
Suche stetig zu verfeinern (zum Beispiel „Datei enthält das
Wort 'Beispiel'“). In Windows Vista ist eine Suchschaltfläche
ins Startmenü eingebaut, was zum schnelleren Start von Anwendungen führt
und das Auffinden von Dokumenten und E-Mails erleichtert. Suchanfragen
können, wie die Intelligenten Ordner unter Mac OS X,
gespeichert werden und dann als virtuelle Ordner fungieren, indem
beim Öffnen eines solchen Ordners die entsprechende Suchanfrage
automatisch ausgeführt wird und dann deren Ergebnisse als normaler
Ordner dargestellt werden. Die Vista-Suche basiert auf einer erweiterten
und verbesserten Version des Indizierungs-Dienstes für die Windows-XP-Suche.
- Benutzerkontensteuerung: Verbesserte
Rechte- und Benutzerkonten-Verwaltung, die das Arbeiten ohne Administrator-Rechte erleichtern soll,
um die Sicherheit zu erhöhen. Der Anwender arbeitet mit einem
eingeschränkten Benutzerkonto und bekommt lediglich für
Administrationsaufgaben nach Eingabe des Passworts vorübergehend
höhere Rechte.
- Die Unterstützung von DirectSound 3D-Hardwarebeschleunigung
wird entfernt, als Ersatz wird auf eine Software-Emulation
zurückgegriffen, bei dem die Soundeffekte von der CPU gemischt bzw.
erzeugt werden. Dadurch verlieren alle Computerprogramme wie z. B.
Spiele, die DirectSound 3D verwenden, die
Möglichkeit, direkt auf die Audio-Hardware zuzugreifen und erweiterte
3D-Effekte der Soundhardware wie zum Beispiel EAX zu benutzen (außer
man emuliert diese Effekte per Software). DirectSound
3D und DirectSound 3D-Soundeffekte werden
weiterhin unterstützt.[3][4] Außerdem ist 3D-Beschleunigung noch durch OpenAL möglich.
- Microsoft
Minianwendungen sind kleine spezialisierte Hilfs-Applikationen, die
entweder auf dem Desktop oder in einer Sidebar eingebunden werden können und
beispielsweise Informationen über Nachrichten, das Wetter und
Ähnliches anzeigen. Diese sind vergleichbar mit den Dashboard Widgets unter Mac OS X.[1]
- Ein neues E-Mail-Programm
(„Microsoft Windows Mail“), welches das
bisher in Windows verwendete Outlook
Express ersetzen soll. Windows Mail enthält einen integrierten Spam-Filter, welcher schon von Beginn an völlig
selbstständig filtern kann, ohne dass man ihn noch darauf zu
trainieren braucht. Dieser wird monatlich über Microsoft Update
aktualisiert.
- Die neue Version des
Microsoft-Browsers, jetzt umbenannt in „Microsoft Windows Internet
Explorer“ 7.0
- Jugendschutzeinstellungen:
Eltern können zukünftig festlegen, wann, wie lange und mit
welchen Programmen ihre Kinder den Computer benutzen dürfen. Auch die
Einschränkung des Internetzugriffs ist möglich.
Schließlich beinhaltet die neue Funktion auch die Möglichkeit,
die Nutzung des Computers zu überwachen.
- Neue Anwendungen: Spiele
(Schach-Giganten, Mahjongg-Giganten und Lila
Land), Windows Backup
(ersetzt das alte NTBackup), Windows Kalender
(mit WebDAV-Unterstützung),
Notizzettel, „Windows Collaboration“
(Codename), Windows Defender (Schutz vor Malware).
- XML Paper Specification
(XPS, vormals „Metro“): Microsofts
geräteunabhängiges Dokumentenformat der nächsten Generation,
das auf XML basiert. Es ist in vielerlei
Hinsicht ähnlich zu Adobe
Systems' PDF. XPS soll Benutzern erlauben,
Dateien ohne das Originalprogramm, mit dem sie erstellt wurden, zu
betrachten, zu drucken und zu archivieren. XPS wird unter Windows Vista
als Standardformat für die Druckausgabe dienen und soll in Zukunft
auch von Druckern direkt
unterstützt werden.
- Ein neu entwickeltes
Hilfesystem namens AP Help, das auf XML basiert und Inhalte
völlig anders darstellen wird, als von den bekannten
HTMLHelp-Dateien gewohnt.
- DirectX 10: Vista wird außerdem mit einer neuen Version der Grafik-API DirectX in der Version 10 ausgeliefert. Diese Schnittstelle bietet vor allem einen besseren Zugriff und ermöglicht eine schnellere Ausführung der Grafikfunktionen und zeichnet sich durch eine geringe Erweiterung der Effektpalette aus. Diese Version ist nur für Windows Vista verfügbar.
- Speichermanagement-Erweiterungen ReadyBoost,
SuperFetch und ReadyDrive
(Unterstützung von Hybrid-Festplatten) sollen den Start
von Programmen und des Betriebssystems beschleunigen.
- Einführung
der Version 5 des Dateisystems NTFS (u. a. Unterstützung
atomarer Operationen auf Dateisystemebene).


